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Franco Saudelli Der italienische Autor und Zeichner wurde am 4. August 1952 in Latina (Lazio) geboren. Sein Name ist eng verknüpft mit einer speziellen Art des erotischen Comic: dem Bondage- und Fetisch-Comic - und hier vornehmlich dem Fuß-Fetisch. Doch anders wie manch seiner Künstler-Kollegen, verknotet Saudelli seine Figuren mit mehr spielerischem Witz - gereicht jedoch in den Fessel-Inzenierungen durchaus Pionieren wie Eric Stanton oder John Willie zu Ehren. Die Bekanntheit im Comic-Metier hat Saudelli vor allem seiner Schöpfung La Bionda (The Blonde) zu verdanken. Doch vor der erotischen Kür, zuerst zur "seriösen Pflicht". Entlang den Arbeiten für Eura fand Saudelli auch eine Heimat beim Magazin Orient Express. Dort erschien Iberland, verfasst von Ottavio de Angelis, das später in Frankreich vom Magazin Circus übernommen wurde und Verlagshaus Glénat 1983, 1985 und 1986 in drei Alben publizierte. "Iberland" erzählt ähnlich wie Wolfland von einer apokalyptischen totalitären Zukunft. 1985 wurde im Magazin Comic Art - dem Nachfolge-Magazin von Orient Express - die Geschichte "A nostra immagine" präsentiert und Dargaud übernahm den Comic unter dem französischen Titel "Faisons l´homme à notre image". Autor war wieder Ottavio de Angelis. Dann, im März 1987 erschien in Ausgabe 31 des Comic Art Magazins "La Bionda", mit der Saudelli einen internationalen Erfolg landete. Die Abenteuer der leicht schusseligen, durchgeknallten, sexy Diebin stehen immer einen Schritt vor dem komplett Absurden. Doch gerade die Mischung aus einer aberwitzigen, satirischen Geschichte, erotischen Fetisch- und Bondage-Elementen, sowie einer Hauptakteurin, die sowohl "leicht" verrückt, wie sexuell anziehend ist, machen den Erfolg der Serie aus. Ein Rezept, das auch bei anderen Comic-Kolleginnen, wie zum Beispiel Tank-Girl, Bomb Queen (Image Comic) oder Harley Quinn (DC) funktioniert. "La Bionda" ist durchaus interessant für Kenner der Bondage-Szene, weil Saudelli die verschiedenen Arten und Techniken genau kennt und diese auch detailliert zeigt. In der ersten Geschichte Colpo doppio (Comic Art # 31-36 (1986/87)) schildert Saudelli, wie La Blonde aus dem Gefängnis entkommt, um es sich bei ihrem nächsten "Verbrechen", der Entführung der Kekskönigin Sally Rich, richtig mit der Unterweltgröße Madame Milly zu verscherzen; welche ebenfalls ein geschäftliches Interesse an der reichen Sally hat. Nach einem "Holiday Special" kam die blonde Schönheit ein Jahr später in Ausgabe 50 mit der Kurzgeschichtenserie Bondage Palace (1988) zurück. Es folgten - reichlich verspätet - Bondage Palace 2 - the Return (1990) und Fobus III ab Ausgabe 85 (1991). Die futuristische, matriarchalische Utopiastadt Babilonia ist das Wirkungsgebiet der diebischen Blonden. Langweilig wird es in ihrem Leben eher selten, denn Saudelli stellt der drallen Maskenträgerin stets neue skurile Figuren zur Seite - oder in den Weg; sowohl als Partner, wie auch als Gegner. So zum Beispiel die gewiefte Crimilde - deren Aussehen einige Ähnlichkeit mit den Figuren von Baldazzini aufweist -, die appetitlichen Happen Gary und Suen, die ehemalige Schauspiel-Diva Anita Berg (alle aus Bondage Palace) oder die bereits erwähnte sadistische Milly (aus Double Cross). Gerade unter den FFF, den "Fuß-Fetisch-Freunden", ist "La Bionda" ein wahrer Leckerbissen. Hier werden die Parallelen zu den Arbeiten von Saudellis Ehefrau Giovanna Casotto mehr als deutlich. "The Blonde" wurde unter anderem bei Comic Art, Selen, Blue, Diva und Glamour, in Frankreich bei Dargaud, sowie in den USA bei Eros Comix veröffentlicht. 1994/1995 witmete Granata Press der blonden Verrücktheit ein eigene Heftreihe, die jedoch nach zehn Ausgaben wieder die Segel streichen musste. Eros Comix aus den USA übernahm die Serie Jahre später und hörte schon nach sechs Ausgaben auf. 12 Pearls, so der Beiname der Serie, ist der "qualitative Verfall" bereits anzumerken, da Saudelli hier teilweise mit Co-Zeichnern und Inkern wie Caracuzzo, Di Vincenzo und Lillo zusammenarbeitete, die die Qualität von Saudelli nur ansatzweise halten konnten. Mit seinem Freund Massimo Rotundo entstand zwischen 1987 und 1989 eine kleine Agenten-Serie für L'Espresso Più mit dem Obertitel "Esotica". Saudelli tat sich um 2001 mit Fetisch-Kollege Roberto Baldazzini zusammen - beide interessiert an Bondage und SM-Fotokunst - um gemeinsam die zwei Bände Bizarreries zu entwickeln, die bei Glittering Images verlegt wurden. Im August 1996 stieß Saudelli zum Verlagshaus von Sergio Bonelli und gestaltete für die berühmte Serie Dylan Dog einige Ausgaben. Er depütierte in Nummer 119 mit der Geschichte des Autors Tiziano Sclavi "L´Occhio del gatto". Weitere Beiträge sind in den Nummern 145 und 177, sowie in den Gigante Ausgaben 5 und 7 zu finden. Dieser ehrwürdigen und populären Horror-Serie konnte Saudelli seinen "Look" aufdrücken, indem er bei etlichen Gelegenheiten barfüssige Schönheiten - à la "La Bionda" - aus den Comicbildern ragen ließ. Franco Saudelli hat einen sehr klaren, eleganten und modernen Zeichenstil, der viele Parallelen zum Stil von Giovanna Casotto aufweist. Das kommt nicht von ungefähr, da Casotto mit Saudelli viele Jahre zusammenarbeitete und später sogar seine Frau wurde. Casotto erlernte bei ihm die Kniffe der Comickunst, erarbeitete gemeinsame Projekte und stand auch als Modell zur Verfügung. Saudellis Stil ist vielleicht eine Ecke "cartooniger", als der von Casotto. Neuerdings verlegt sich Saudelli eher auf die Fetisch-Fotografie und arbeitet mit verschiedenen Modellen an seinen Projekten. Veröffentlichungen (verschiedene Sprachen, Auswahl): Links: Quellen: |
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